Kommunikation ist ein wirklich spannendes, wichtiges Thema und hat viele unterschiedliche Bedeutungen beim und während des Trainings.
Zu Beginn möchte ich eine kurze Geschichte erzählen und zwar die Geschichte von der Rotwangenschildkröte und dem Fisch: Eines Tages trifft die Rotwangenschildkröte ihren Freund den Fisch. Beide kommen ins Gespräch und die Schildkröte sagt zum Fisch: „ Heute Morgen habe ich einen schönen Landspaziergang gemacht“! Darauf antwortet der Fisch: „Ich auch“!
Damit ist die Geschichte schon beendet: Beide reden von einem “Landspaziergang“, aber ganz sicher meinen beide etwas völlig Unterschiedliches. Ohne diese Kommunikation fortzusetzen, werden beide nicht herausfinden, was denn der jeweils Andere unter einem „Landspaziergang“ versteht.
Kommunikation ist ein wichtiges Element im Training und basiert auf einem gleichen, ähnlichen oder bekannten Muster zwischen dem Trainer und dem Athleten. Je besser man sich kennt und je mehr man sich vertraut, desto besser und intensiver kann gemeinsam gearbeitet werden. Kommunikation ist der Austausch und die Übertragung von Informationen – eine Grundbedingung alles Lebendigen – die Übermittlung von unterschiedlichsten Signalen, auf den unterschiedlichsten Wegen.
Vertrauen, Offenheit und Akzeptanz sind die Grundlagen für eine optimale Kommunikation zwischen den sportlichen Parteien.
Ich habe viele Jahre in Deutschland als Trainer gearbeitet, mein sozialer Hintergrund hat mir dabei sehr geholfen und mir eine große Sicherheit in meinen Trainingseinheiten gegeben. Es war aufgrund ähnlicher Wertevorstellungen, Trainingshintergründe und Wissen einfach, Sportler und Athleten anzusprechen und zu bewegen. Wir hatten eine oder mehrere Gemeinsamkeiten, die uns dabei miteinander verbunden haben.
Seit zwei Jahren lebe und arbeite ich in Singapur, einem kleinen Stadtstaat in Südostasien. Die Stadt ist einmalig entwickelt und zählt zu den Top Städten der Welt in Sachen Sauberkeit, Sicherheit und sehr gut entwickelter Infrastruktur. Das Leben ist als Europäer einfach hier, denn Singapur wird auch als das „Asien Light“ bezeichnet. Viele Nationen leben hier friedlich und im Einklang miteinander.
Aber wie ist es denn hier mit der Kommunikation im Training?
Erst einmal sehr spannend! In der Profimannschaft (Home United FC), die ich hier betreue, gibt es verschiedene Nationen. Malaien, Chinesen, Inder, Franzosen und einen Dänen. Da ist das Thema Kommunikation schon sehr wichtig und manchmal auch sehr schwierig bzw. sehr unterschiedlich. Sprachlich kann man sich nicht so fein oder geschickt ausdrücken, wie in der eigenen Muttersprache. Die gemeinsame gesprochene Sprache ist Englisch, aber diese ist auch nicht die Muttersprache der Malaien, Chinesen, Inder, Franzosen und Dänen. Ein spannendes Thema.
Ebenfalls die nonverbale Kommunikation:
Das Kopfschütteln bei uns in Deutschland bedeutet ein klares „Nein“ oder eine eindeutige Absage! Das Kopfschütteln bei unseren indischen Spielern bedeutet ein klares Ja oder eine eindeutige Zusage! Das ist manchmal echt komisch, aber auch sehr spannend!
Kommunikation ist keine Einbahnstraße! Kommunikation ist etwas Erlebtes und hat mit „Erleben“ zu tun. Deshalb sollte man nicht alles direkt werten oder hinterfragen. Vielmehr sollte man die unterschiedlichsten Kommunikationswege wirken lassen, versuchen die Bedeutung zu verstehen und die eigene Kommunikation eventuell anzupassen. Es ist ein lebendiger Prozess zwischen einem Trainer und einem Schüler oder Athleten. Dieser lebendige Prozess sollte die Möglichkeit bekommen, sich zu entfalten und das volle Potenzial zu entwickeln. Der Mensch steht im Mittelpunkt und die Mittel sind sehr einfach. Die richtige Wahl der Sprache, des Tonfalls, der Gestik oder auch der bildlichen Darstellung sind entscheidende Faktoren für einen gemeinschaftlichen Erfolg.
Kommunikation ist offen, einfach und sollte immer geduldig sein. Der entscheidende Faktor in der guten Kommunikation ist meiner Meinung nach das entspannte Zuhören. Wenn wir als Trainer die Fähigkeit haben zu zuhören, dann hören wir die wichtigen Dinge, um die Menschen zu bewegen!
Unsere Schüler, Sportler und Athleten sind ZU HÖREN!

Bild: Das Bild zeigt mich mit Benedict Ong. Benedict ist taub und konnte mich während des Trainings nicht hören! Das war spannende Kommunikation.

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